Die Familienclans des MV Hirtenberg:

Dass die Liebe zur Musik ansteckend ist, weiß man ja. Und manchmal kommt es vor, dass der musikalische Virus ganze Familien befällt und dort ausgiebig wütet. So auch in unserem Musikverein, der fest in der Hand einiger "Familienclans" ist.

Nehmen wir zum Beispiel die Wöhrers

Der Clan-Chef, Helmut, kann durchaus schon als musikalisches Urgestein bezeichnet werden.

Er ist im Orchester für alle Formen des Schlagzeugs verantwortlich. Mit Keyboard und Akkordeon ist er außerdem seit frühester Jugend in der Tanz- und Volksmusik unterwegs.

Als seine beiden Sprösslinge, Sabine und Wolfgang, mit der Musikschule begannen, wollte seine Frau Anita auch nicht alleine zu Hause herumsitzen, und sie lernte auf ihre "alten Tage" ebenfalls ein Instrument.

Heute sind die drei von der Trompete – Sabine und Wolfgang – und vom Flügelhorn – Anita – nicht mehr weg zu denken. Und Helmut bearbeitet weiterhin das Schlagzeug und begleitet daneben mit seinem Akkordeon die Hernsteiner Volkstanzgruppe, in der Anita ihre Liebe zum Volkstanzen ausleben kann.

Oder die Willimayers.

Als das junge Ehepaar damals aus familiären Gründen von Bad Vöslau nach Hirtenberg übersiedelte, musste Familienoberhaupt Harald zwar erst nach und nach – und mit Unterstützung durch zahlreiche Achterl Zweigelt! – überzeugt werden, auch musikalisch nach Hirtenberg zu wechseln.

Aber dann brachte er gleich die Familie mit: zunächst Tochter Monika auf der Klarinette und am Saxophon, Sohn Klausi, einen begnadeten Schlagzeuger, und seine Schwester Lisbeth auf der Posaune.

Dann war Monika so vernünftig, sich in einen Flügelhornisten – den Heinzi – zu verlieben!

Er spielt heute auch in unserem Verein.

Und schließlich beginnt 2013 der kleine Jonas, der Enkel von Harald, bereits seine musikalische Karriere in der Musikschule – natürlich mit der Posaune, dem Instrument seines stolzen Großvaters, der heute unser Kapellmeister ist!

In zwei Fällen haben sich die späteren Familiengründer überhaupt erst im Musikverein Hirtenberg kennen (und lieben!) gelernt. Die einen sind Susanne und Karl Osztovics.

Beide waren im hohen Holzregister angesiedelt, sie auf der Querflöte, er auf der Es-Klarinette, daher der legendäre Satz aus einem Hochzeitsgedicht für die Beiden:

"Kenna g’lernt ham si de zwa, auf’m dreigstrich’nen a!".

Schon die längste Zeit wussten sämtliche Vereinsmitglieder einschließlich Susi, dass die zwei füreinander bestimmt waren, nur Karl wusste es nicht. Na ja, wie auch immer, heut spielen ihre drei Söhne alle im Verein mit, der Michael auf der Posaune, er ist auch Kapellmeister, der Markus auf dem Saxophon und der Johannes auf der Trompete. Markus hat mittlerweile die Leitung der Big Band Hirtenberg (neuer Name: "Swingin’ Sirs & Sisters") übernommen.

Inzwischen ist auch Katharina, die Frau von Markus mit Saxophon und Querflöte in den Verein eingestiegen (wenn sie nicht gerade durch die eine oder andere Schwangerschaft verhindert ist). Sie hat auch tollen Schwung in die seit langem etwas vernachlässigte Nachwuchsarbeit des Vereins gebracht.

Übrigens: Dass Karl inzwischen auf die Tuba gewechselt hat, also ganz weit weg von der Querflöte, ist natürlich rein musikalisch bedingt!

Das andere Paar, das im Musikverein zusammen gefunden hat, sind die Gernedls.

Beide Klarinettisten, sind Karin und Walter einander zum ersten Mal in Berni’s berühmten Probenkeller begegnet, aus dem eine ganze Generation von Musikern hervorgegangen ist. Bei diversen Registerproben und Spiel in kleinen Gruppen kamen sie einander näher, bis nur mehr ein Klarinettenduett übrig blieb.

Heute spielt ihre Tochter Victoria im Verein Querflöte, Sohn Thomas gab ein kurzes Gastspiel auf dem Tenorhorn, und seit kurzem ist auch ihr Jüngster, Johannes, auf dem Schlagzeug mit dabei.

Leider ist Karin nach kurzer schwerer Krankheit viel zu früh von uns gegangen, aber sicherlich hört sie uns von irgendwo da oben zu und ihre Liebe zur Musik lebt in ihren Kindern weiter.

Natürlich geht nicht immer alles reibungslos vonstatten, wenn ganze Familien im Verein engagiert sind. Im Falle von Familienfeiern fällt immer gleich eine ganze Reihe von Musikern aus. Außerdem mussten vor allem die Väter erst lernen, dass im Orchester das zählt, was der Kapellmeister sagt, und dass sie sich ihre gut gemeinten aber nervigen Ratschläge an ihre Sprösslinge sparen können. Aber diese kleinen Reibereien werden mehr als aufgewogen durch das schöne Gemeinschaftserlebnis, wenn mehrere Generationen einer Familie miteinander musizieren.

Und auch durch unsere Flötistin Sophie Bendekovics konnten wir ein weiters Mitglied im Musikverein begrüßen, nämlich Lukas Schweiger.

Neben seinem Stammverein schlägt er jetzt auch bei uns die Trommel.